Gericht entscheidet, PV-Anlagen dürfen nicht blenden

Blendet eine Solaranlage den Nachbarn, muss dieser das nicht unbedingt hinnehmen. Bei der Entscheidung über diese Frage kommt es nicht so sehr darauf an, ob eine Photovoltaikanlage ortsüblich ist. Entscheidend ist die tatsächlich von der Anlage ausgehende Blendwirkung.

Vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf hatte ein Eigentümer auf seinem Dach eine Photovoltaikanlage (Solaranlage) installiert. Das Dach des Hauses war allerdings sehr stark geneigt, so dass es auf dem Nachbargrundstück zu erheblichen Blendwirkungen kam. Es ist daher nachvollziehbar gewesen, dass es einer Klärung bedarf, nachdem die Nachbarn sich nicht einigen konnten.

Der Nachbar hatte somit nicht nur seine zur Solaranlage gerichteten Fenster vollständig verschatten müssen, sondern er konnte auch seine Terrasse teilweise nicht mehr benutzen.

Der Eigentümer hielt dagegen, dass seine Anlage ortsüblich sei. Um seine PV-Anlage richtig nutzen zu können, müssen die Felder so ausgerichtet werden, dass es auch optimal zum Ertrag steht.

Blendwirkung von Solaranlagen sind laut Gericht gegeben.

Das Gericht konnte das Argument des Solaranlagennutzers nicht teilen. Ein eingeschalteter vereidigter Sachverständiger wurde vom Gericht beauftragt. Dieser Sachverständige hat die Beeinträchtigungen eindeutig festgestellt können. Der Einwand, dass die PV- bzw. Solaranlage ortsüblich sei, greife hier nicht. In diesem konkreten Fall komme es auf die erhebliche Einschränkung des Nachbars durch die Blendwirkung an.

Der Eigentümer der PV-Anlage ist nun gefordert, durch geeignete Maßnahmen sicherstellen, dafür zu sorgen, dass der Nachbar durch dieses PV-Anlage nicht mehr stark geblendet werde (Az.: I-9 U 35/17).

Bitte daher beachten

Eigentümer, die sich mit dem Gedanken, eine Solar-, oder Photovoltaikanlage (PV-Anlage genannt) auf das Dach zu montieren, anfreunden, sollten in jedem Fall beachten, dass die Nachbarn dadurch nicht beeinträchtigt werden. Dies kann der Hersteller solcher Anlagen in einer Zeichnung darstellen. Daraus können Sie ersehen, was die verschiedenen Sonneneinstrahlungen für Auswirkungen haben. Gleichzeitig wird dann der Nutzen und Ertrag aus dem tatsächlichen Montagestand errechnet.

Haben Sie weitere Fragen? Bitte schreiben Sie uns an.

Ihre i-Quant Bauoptimierung GmbH

Fritz Wohlfarth (www.i-quant.de)

 

§ 23 a Nachbarrechtsgesetz NRW – Unsinn oder Wahrheit

Wärmedämmung auf Nachbars Grund

Bochum / Essen, 19. Juli 2011 – Seit diesem Zeitpunkt gilt: Für Zwecke der Wärmedämmung darf man, unter einschränkenden Voraussetzungen, das eigene Gebäude auch über die Grenze hinaus, somit auf dem Nachbargrundstück, „ausbauen“. Voraussetzung ist, dass das Bauwerk direkt oder sehr nah an der Grenze steht. Das bedeutet umgekehrt: Der Grundstückseigentümer, in dessen Grundstück die Wärmedämmmaßnahmen des Nachbarn über die Grundstücksgrenze hinaus eingebaut werden sollen, muss dies dulden. So ist es öffentlich kommuniziert worden.

Innenwände statt Außenwände müssen gedämmt werden

Vorsicht, denn dieser Paragraph ist in unseren Augen komplett unsinnig. Wir selber haben auch erlebt, dass es schon äußerst gute Gründe geben muss, dass der Nachbar dies zu dulden hat. Wenn eine Wärmedämmung an den Innenwänden angebracht werden kann, dann ist dies auch zu tun. Siehe Gerichtsurteil vom Landgericht Essen (Urteil vom 22.11.2012, AZ 10 S 56/11). Hier vertritt das Gericht die Auffassung, dass keine Duldungspflicht der Nachbarn besteht.

Duldungspflicht der Wärmedämmung besteht nicht grundsätzlich

Eine Duldungspflicht der Wärmedämmung ergibt sich nicht aus §§ 922, 921 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB), da es sich bei der hier in Rede stehenden Mauer nicht um eine (wie von § 921 BGB vorausgesetzt) „gemeinsame Giebelwand“ handelt, sondern beide Gebäude eine jeweils eigenständige Außenwand besitzen. Ferner ist die Wärmedämmung im Rahmen von Modernisierungsmaßnahmen über die Grenze gebaut worden und nicht, wie § 921 BGB voraussetzt, bei der Errichtung des Gebäudes. Auch eine Duldungspflicht aus einem „nachbarrechtlichen Gemeinschaftsverhältnis“ wird aufgrund des Ausnahmecharakters dieses Grundsatzes ebenfalls verneint.

Solche und weitere Urteile zeigen uns, dass das beschlossene Gesetz so viele Lücken aufweist, als wäre es nicht beschlossen worden.

InnendämmungUnser Tipp. Wenn Sie Wärmedämmmaßnahmen an der Außenwand zum Nachbarn durchführen wollen, dann bitte vorher mit dem Nachbar absprechen. Sollte er dagegen sein, warum auch immer, dann empfehlen wir eine Innendämmung an dieser Stelle anzubringen. Bitte lassen Sie sich aber in jedem Fall von einem Fachmann beraten, wie die Kombination von Außendämmung und Innendämmung dann auch umzusetzen ist, damit z.B. keine Kondenswasserbildung im Innenraum entstehen kann.

Wir haben Erfahrungen. Wenn Sie Fragen haben, bitte senden Sie uns eine Mail unter kontakt@i-quant.de

Fritz Wohlfarth

Ohne Dämmung

Innendämmung Anschluss Decke

Gewerbeimmobilie wieder nutzbar machen

So sah es vorher aus
So sah es vorher aus

Nach diesem Motto haben wir die Idee in die Tat umgesetzt. Eine leer stehende Gewerbeimmobilie in drei Wohneinheit zu verwandeln ist ja eigentlich nicht schwer. Allerdings war das eine Herausforderung.

Nur 95.000€ Budget für drei neue Wohnungen standen zur Verfügung. Drei neue Bäder, drei Mal Küchenanschlüsse, drei Mal Elektroausstattung mit Computer und 2 verschiedene TV-Anschlüsse. Drei Mal hochwertige Bodenbeläge und das alles noch Brandschutztechnisch auf hohem Niveau, obwohl die Voraussetzungen mehr als schwierig dafür waren, zu erstelSchallschutz nicht gegebenlen. Darf doch der Schallschutz auch nicht zu kurz kommen. Über dem ursprünglichen Gewerberaum sind vermietete Wohnungen und das ganze Gebäude steht unter Denkmahlschutz.

Schritt für Schritt zum Ziel

Dies fanden wir hinter der schönen DeckeZuallererst mussten wir die Abwasser- und Zulaufleitungen überprüft werden, vor allem ob es eine Möglichkeit gibt, überhaupt bestehende Leitungen zu benutzen. Fehlanzeige. Die Leitungen mussten unter schwierigsten Einer von drei MüllbergenVoraussetzungen neu, teilweise über den Boden geführt werden. Die doch ursprünglich gutaussehende abgehängte Decke hatte die Sicht des schrecklichen Zustandes darunter versperrt. Eine einfache Lösung war somit nicht gegeben.  Wir suchten nach Wegen, wie wir Brandschutz und Schallschutz auch Wohnungsübergreifend in Einklang bringen konnten. Daher musste alles herausgerissen und Schritt für Schritt zum Ziel hin neu aufgebaut werden.

Material und Farbgestaltung in Einklang bringen

Damit ein Mieter sich in der neuen Wohnung wohl fühlt, war es auch wichtig, die Harmonie zwischen Material du Farbgestaltung in Einklang zu bringen, ohne dass aufdringlich wird. Immerhin sollten die Wohnungen später eingerichtet vermietet werden.

Wir verwandelten die leerstehende Gewerbeimmobilie in gut ausgestattete kleine Wohnungen und hielten das vorhandene Budget vollkommen ein.

Zeitrahmen beachten

Interessant für alle Beteiligte war der gesetzte Zeitrahmen. Wir hatten für den Umbau drei Monate Zeit. Das wäre eigentlich kein Problem eine bestehende Gewerbeimmobilie in dieser Zeit umzubauen, wenn alle Voraussetzungen dafür gegeben sind. Sechs Wochen reichen dafür normalerweise aus. Unsere genaue Planung der Koordination und das Zusammenspiel mit den Subunternehmern, welches wir in vielen Baustellen geübt haben, hat dann letztlich dazu geführt, dass wir pünktlich fertig wurden. Wieder ein zufriedener Kunde.

20161212_095210-WebAus Einem mach Drei – eine nicht nutzbare und leerstehende Gewerbeimmobilie umzugestalten, das konnten wir wieder neu unter Beweis stellen.

Fritz Wohlfarth – i-Quant Bauoptimierung GmbH

Neuer Boden
Neuer Boden
Küchenzeilen
Küchenzeilen
Neue Türen
Neue Türen

Neues Bauvertragsrecht

Für private Bauherren ist das Bauvertragsrecht in den meisten Fällen die Grundlage für die Absicherung ihres Bauvorhabens. Dabei sind nicht nur das umfangreiche Gewährleistungsrecht, sondern auch andere Vertragskomponeten dort zu finden. Im § 631ff.BGB sind bisher immer das Werkvertragsrecht geregelt und begründen Anspruchsgrundlagen und weitere Vorschriften. Unarten des Werkvertrags wurden auch in das BGB übernommen worden. Doch es fehlte bislang der Bauvertrag als Unart im Werkvertragsrecht.

Reform des Bauvertragsrechts

Ab 2018 sorgt nun eine Gesetzesänderung für mehr Rechtssicherheit. Der Bauvertrag wird als eigenständige Unterform explizit erwähnt. Somit sind

  • Regelungen für Verbraucher-Bauverträge
  • Regelungen zum Architektenvertrag
  • Regelungen zum Ingenieursvertrag

enthalten. Weiter ist im Gesetz fest verankert, dass eine detaillierte Baubeschreibung dem Bauherrn vorgelegt werden muss. Es ist die Rechtsicherheit für Bauunternehmer festgelegt und eine verbesserte Mängelhaftung.

Rechtssicherheit für Bauunternehmer:

Um Gerichtsprozesse zu beschleunigen und fachlich besser aburteilen zu können, werden durch die Gesetzesänderung, die zum 01.01.2018 in Kraft tritt, auch spezielle Baukammern an den Landgerichten eingerichtet. Sie sollen kompetenter anhängigen Verfahren bearbeiten können und durch eine zügige Rechtsprechung vor allem die kleineren Handwerksbetriebe schützen. Gerade diese können sich, meist wie private Bauherren, weder lange Prozesse leisten noch lange auf eventuell durchsetzbare Ansprüche warten.

Verbesserte Mängelhaftung

Die Mängelhaftung in Bezug auf Kosten für Ein- und Ausbau von fehlerhafter Materialien wird durch die Gesetzesnovelle verbessert, während bisher der einbauende Unternehmer die Kosten tragen musste und nur für das Material an sich Ersatz durch den Zulieferer verlangen konnte. In Zukunft soll er von eben diesem Zulieferer eine Erstattung der Kosten verlangen dürfen.

Detaillierte Baubeschreibung

Für Verbraucher ist dies von großer Relevanz. Während bisher einige Bauträger und Baufirmen mit schwammigen Formulierungen und unklaren Inhalten eine Baubeschreibung im völlig undurchsichtig gestalten konnten, schreibt die Gesetzesänderung eine verpflichtende detaillierte Baubeschreibung vor. Diese muss sowohl verbindliche Angaben zu den Materialien und Leistungen enthalten, sowie einen verbindlichen Termin zur Fertigstellung angeben. Da gerade diese beiden Punkte in der Vergangenheit in der rechtlichen Praxis immer wieder für Probleme sorgten, ist diese Gesetzesänderung von großer praktischer Bedeutung.

Fazit:

Die Einführung von eigenen Kammern für Bausachen an den Landgerichten wird eine enorme Erleichterung für die gesamte Branche. bisher waren Prozesse zäh und scheinbar endlos, auch weil sich Richter schlecht oder sehr schlecht in der Sache vorbereiten konnten. Allerdings bleibt weiter fraglich, wie sich diese große Änderung des Bauvertragsrechts auf die Praxis auf Baustellen und im Umgang von Unternehmern untereinander auswirken werden.

Fragen? Bitte E-Mail schreiben: info(at)i-quant.de – Ihre i-Quant Bauoptimierung, Herr Wohlfarth

 

„Alte“ Immobilien wieder nutzbar machen

Flexibilität und Bauoptimierung führen dazu, dass „alte“ lange leerstehende Immoblien wieder nutzbar werden.

F. Wohlfarth
Alles lösbar

Das leere Gebäude und die bisherige Fassade waren nicht einladend. Es musste daher neu renoviert, vollkommen umgestaltet und ausgebaut werden. Der Boden war ungedämmt und konnte nicht belassen werden.

Das Dach selbst musste erhalten bleiben, aber die Zwischendecke war aufgrund der Stahlträger nicht ohne zusätzlichen Aufwand zu dämmen.

Was tun, wenn das Budget dringend einzuhalten ist

Zuallererst wurde eine Idee geboren, aus dieses Gebäude als Arztpraxis nutzbar zu machen. Der Mieter war schnell gefunden, aber das Budget war begrenzt.

Überraschungen, wie hier im neuen Fenster zu sehen, ist bei Umbauen normal - Statik in Gefahr.
Überraschungen, wie hier im neuen Fenster zu sehen, ist bei Umbauen normal – Statik in Gefahr.

Daher ist die Bauoptimierung gefragt. Die Qualität muss sehr gut sein, aber die Umsetzung möglichst preiswert. Das geht nur, wenn Arbeitsabläufe und Materialumstellungen vorgenommen werden.

Ständige Überwachung des Budgets sichern die Finanzierung

Das Einbinden der Handwerker in die Maßnahme und das Suchen nach Alternativen waren dabei entscheidend. Unsere Veränderungen konnten so von den Unternehmern leicht eingesetzt werden und haben so auch in den Abläufen und bei der Auswahl der Materialien Geld gespart. Aber der Blick auf die Qualität war dabei immer der Maßstab Nr. 1.

Das Ergebnis ist sehenswert und beweist unsere Fachkompetenz.

Eine Bauleitung wickelt ab, was Ihnen vorgegeben wird. Natürlich hat sie die Aufgabe auch entsprechende Budgets einzuhalten. Allerdings ist der Weg dazu nicht gesetzlich vorgegeben. Die Bauoptimierung beginnt bereits in der Planungsphase einzelne Maßnahmen in Sachen Material und Arbeitsablauf neu festzulegen. Laufende Erfordernisse die eine zwangsläufige Erhöhung des Budgets zur Folge haben können, werden in die von uns gemachten Änderungen eingebunden. Mit dieser Art der Einbindung werden auch Potentielle Sparmaßnahmen erkannt und umgesetzt, so dass die Erhöhung des Budges nicht unbedingt die Folge sein muss.

Sehen Sie selbst

Vorher
Vorher
Nachher
Nachher

 

 

 

 

 

 

 

 

Sie sehen bei uns auf der Webseite, wie es vorher war und wie es jetzt genutzt fertig aussieht. Die Bilder finden Sie auch auf unserer Galerieseite.

Bildausschnitt
Bildausschnitt
Fertiger Ausbau
Fertiger Ausbau
Einrichtung
Einrichtung
Eingang
Eingang
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Blick zum Wartezimmer
Mitarbeiter - Aufenthaltsraum
Mitarbeiter – Aufenthaltsraum

Sind bauliche Maßnahmen absetzbar

Der Käufer wollte nach dem Kauf die Immobilie umgestalten. Diese baulichen Maßnahmen, Schönheitsreparaturen, sind aber unter Umständen nicht sofort als Werbekosten absetzbar.

Bauliche Maßnahmen – Kosten zusammenrechnen

Unter §6 Abs. 1a im EStG, über anschaffungsnahe Herstellungskosten ist aufgeführt, was unter einer Instandsetzung und einer Modernisierung eines Gebäudes zu verstehen ist. Wenn ein Eigentümer die Immobilie direkt nach der Anschaffung umbauen oder renovieren möchte, muss er die Kosten für die baulichen Maßnahmen unter bestimmten Umständen zusammenrechnen, um sie steuerlich geltend zu machen.

Streicharbeiten nach Kauf einer Immobilie zählt nicht zu den Werbungskosten

Das gilt, wenn die Gesamtkosten 15 Prozent der Anschaffungskosten innerhalb von drei Jahren übersteigen. In diesem Fall gelten sie als anschaffungsnahe Herstellungskosten. Die Eigentümer dürfen dann Schönheitsreparaturen nicht isoliert als sofortige Werbungskosten beim Finanzamt angeben. Der Bundesfinanzhof (BFH) hat in drei jetzt veröffentlichten Urteilen (Az.: IX R25/14-14.06.2016; IX R 15/15-25.09.2016; IX R 22/15-28.09.2016) eine endgültige Entscheidung getroffen. Steuerzahler haben auch solche Aufwendungen dann zu den Gesamtkosten für die baulichen Maßnahmen dazu zu zählen und nach den sogenannten „AfA-Regelungen“ (Absetzung für Abnutzung) beim Fiskus anzugeben. Sie können dann über die Nutzungsdauer des Gebäudes verteilt, steuerlich geltend gemacht werden.

In dem besagten Streitfall hatte der Kläger eine Immobilie zusammen mit seiner Ehefrau gekauft. Sie planten anschließend bauliche Maßnahmen. Sie wollten die Immobilie renovieren, sanieren und umzubauen, um sie anschließend zu vermieten. Die Kosten für die Schönheitsreparaturen – wie etwa das Streichen von Wänden, der Böden, sowie die Heizkosten, wollten die Kläger als sofortige Werbungskosten geltend machen. Die Argumentation lautete, dass diese Kosten nicht unter den Begriff der „Instandhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen“ fallen und würden so zu den anschaffungsnahen Herstellungskosten zählen.

Mehr als 15% Gesamtkosten können nur über die Nutzungsdauer steuerlich abgesetzt werden

Die BFH-Richter widersprachen dieser Auffassung. Eigentümer müssen alle Kosten für bauliche Maßnahmen, die unmittelbar nach der Anschaffung erfolgen zusammenrechnen. Wenn die Gesamtkosten innerhalb von drei Jahren 15% der Anschaffungskosten übersteigen, müssen diese Aufwendungen beim Finanzamt nach der AfA-Regelung abgeschrieben werden.

Quelle: http://www.bundesfinanzhof.de/anhaengige-verfahren/revisionsverfahren

Eigenleistungen des Vermieters

Eigenleistungen des Vermieters sind nicht steuerlich absetzbar. Deshalb rate ich Eigentümern, die rund um ihre Immobilie den Bedarf sehen, eigenen Arbeitseinsatz zur Pflege oder Werterhaltung zu erbringen, sich deshalb gut zu überlegen, ob sie selbst die Hecke schneiden, den Rasen mähen oder Schnee schippen.

Eigenleistungen des Vermieters lohnen sich nicht ?

Bringt mir dieser Aufwand überhaupt nichts ? Doch. Während laut Finanzamt ein fiktiver Lohn für die selbst vom Vermieter aufgewendeten Arbeitsstunden nicht angesetzt werden darf, ist jedoch das eingesetzte Arbeitsmaterial absetzbar. Die Geräte, welche Sie zur Arbeit einsetzen, wie Rasenmäher, inkl. Benzin und Kundendienst, Laubbläser, die elektrische Heckenschere etc. können in der Steuererklärung angegeben werden. Das dürfen Sie jedoch nur als Vermieter angeben. Sind Sie hingegen Eigentümer einer selbst genutzten Wohneinheit, können Sie auch keine Geräte und kein Material von der Steuer absetzen.

Fahrtkosten zählen als Eigenleistungen des Vermieters

Wenn Sie als Vermieter dennoch selbst Hand anlegen wollen, sollten Sie die Fahrten zur Immobilie in einem Fahrtenbuch festhalten. Dokumentieren Sie es auch, wenn sie Schnee räumen oder Laub fegen. Das gilt für Hin- und Rückfahrten. Jedoch nur unter exakter Angabe von Datum, Grund, Ort und gefahrenen Kilometern. Wenn auch der Zeitaufwand für die Eigenleistungen des Vermieters nicht absetzbar ist, so können die Fahrtkosten mit 0,30 Euro pro gefahrenem Kilometer in der Steuererklärung geltend gemacht werden. Da geht also doch etwas !

Stellen Sie einen Minijobber an

Und weiter geht’s: Schippen Sie nicht selbst Schnee , sondern lassen Sie das beispielsweise von einem „Hausmeister“ machen. Dann können Sie den Lohn, den Sie einem anderen dafür bezahlen, von der Steuer absetzen. Eine gute Möglichkeit zum Steuern sparen: So können Sie beispielsweise Ihren Sohn oder Ihre Frau als 450-Euro-Kraft (Minijobber) anstellen. Ihren Arbeitslohn können Sie dann als Werbungskosten absetzen, vorausgesetzt Sie haben diesen Mitarbeiter auch als Minijobber ordnungsgemäß angemeldet und alle Nebenabgaben bezahlt. Bitte sprechen Sie aber zur Sicherheit noch mit Ihrem Steuerberater darüber:

Viel Erfolg mit Ihrer Immobilie wünscht Ihnen von Herzen

Friedrich Wohlfarth
Ihr Bauoptimierer
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Mietausfall bei Brandschaden

Mietausfall bei Brandschaden ist heute mein Thema. Ein solchen Schaden zu erleben, wünsche ich niemandem. Leider kommt es immer wieder mal vor: Das private Eigentum oder das vermietete Firmengebäude steht in Flammen. Hoffentlich ist dabei kein Leben zu Schaden gekommen. Aufräumen und Sanieren ist aufwändig genug. Jetzt muss nur noch alles mit der Versicherung geregelt werden. Na, mal sehen.

Mietausfall bei Brandschaden – Ursache nicht eindeutig ?

Gehen wir gleich mal ins Detail: Gebäudeversicherer müssen nur für den Mietausfall bei Brandschaden eines Vermieters aufkommen, wenn Ursache oder Brandverursacher eindeutig sind. Wenn sich beides nicht genau feststellen lässt, dann sieht der Vermieter kein Geld.  Das heisst konkret: die Versicherung zahlt keinen Mietausfall. Das geht aus einem jüngst veröffentlichten Urteil des Oberlandesgerichts (OLG) München hervor. Eine Revision ließ das OLG nicht zu.

Mietausfall bei Brandschaden – Versicherung zahlt nicht !

Im dem vorliegenden Fall ging es um den Mietausfall beim Brandschaden eines Supermarkts. Dessen Mieter hatte nach dem Feuer die Mietzahlungen eingestellt. Der vermietende Projektentwickler wollte sich den Ausfall von mehr als 200.000 Euro von seiner eigenen Gebäudeversicherung ersetzen lassen. Sie bezahlten nicht, daher klagte er. Die Versicherung verweigerte die Zahlung und das zu Recht. Die Begründung: Der Vermieter hätte nachweisen müssen, dass weder der Mieter noch dessen Mitarbeiter den Brand verursacht haben. Der Versicherungsnehmer hat zu beweisen, dass der (in diesem Fall gewerbliche) Mieter den Untergang der Mietsache nicht selbst im Sinne des § 326 Abs. 2 Satz 1 BGB zu vertreten hat. Dies liegt vom OLG schriftlich vor. Ansonsten hätte der Mieter den Mietzins nämlich weiter zahlen müssen. Es ließ sich nicht aufklären, ob einer der Mitarbeiter nach dem Rauchen eine noch glühende Zigarette in einen Container an der Außenwand des Hauses geworfen hatte oder ob sonst ein Außenstehender das Feuer auslöste.

Mietausfall bei Brandschaden – Banken wollen höhere Sicherheiten

Wenn Vermieter solche Objekte mit Krediten vermieten, dann ist das ein Urteil, welches schwerwiegende Folgen nach sich ziehen können. Für solche Vermieter könnte eine Finanzierung bei einem Mietausfall beim Brandschaden schwieriger oder gar unmöglich werden. Normalerweise lassen sich Banken als Sicherheit für eventuell ausfallende Mieten die Versicherungsansprüche abtreten. Diese Sicherheit könnte nun in der Zukunft nutzlos werden. Das bedeutet konkret, dass das höhere Risiko von den Banken berücksichtigt wird und bei der Finanzierung somit höhere Sicherheiten vom Vermieter vorgelegt werden müssen. Interessant ist, dass dieses Urteil auch auf jeden Versicherungsfall übertragbar wäre. Somit bezieht dies z.B. auch einen Kurzschluss oder Wasserrohrbruch mit ein.

Eine schadensfreie Immobilie wünscht Ihnen von Herzen

Friedrich Wohlfarth
Ihr Bauoptimierer
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Bauabzugsteuer bei Photovoltaikanlagen

Die Bauabzugsteuer bei Photovoltaikanlagen wird viele Immobilieneigentümer ins Schwitzen bringen. Ich kann es kaum fassen. Für Eigentümer wird der Betrieb einer Photovoltaikanlage immer komplizierter und finanziell aufwendiger. Denn Immobilieneigentümer, die eine Photovoltaikanlage betreiben und den überschüssigen Strom gegen eine Vergütung ins öffentliche Netz einspeisen, sind unternehmerisch tätig. Durch eine Änderung der Verwaltungsauffassung hat dies ab 2016 nun auch Auswirkungen auf die sogenannte Bauabzugsteuer bei Photovoltaikanlagen.

Neue Regelung für Bauabzugsteuer bei Photovoltaikanlagen

Folgender Hintergrund kommt hier zum tragen: Beauftragt ein Unternehmer ein anderes Unternehmen mit Bauleistungen, hat er 15 % des Rechnungsbetrags einzubehalten, anzumelden und an das Finanzamt abzuführen. Hiermit soll die Besteuerung von Bauleistungen sichergestellt werden. Bauleistungen sind alle Leistungen, die der Herstellung, Instandsetzung oder Instandhaltung, Änderung oder Beseitigung von Bauwerken dienen. Somit wird die Bauabzugsteuer bei Photovoltaikanlagen auch für Immobilieneigentümer relevant. Zwei Fragen stehen daher nun für mich im Raum: Was genau ist nun zu tun ? Und gibt es im Bestand Ausnahmen von dieser neuen Regelung

Einbehalt der Bauabzugsteuer bei Photovoltaikanlagen jetzt Pflicht

Nach geänderter Verwaltungsauffassung stellt ab 2016 nun auch die Installation einer Photovoltaikanlage an oder auf einem Gebäude eine Bauleistung i. S. d. § 48 EStG dar, mit der Folge, dass künftig auch hier Bauabzugsteuer vom Auftraggeber abzuführen ist. Ausnahmen sind exakt definiert. Dazu muss der Immobilieneigentümer aktiv werden.  Als Auftraggeber lässt er sich vom Installateur der Anlage eine im Zeitpunkt der Zahlung gültige sogenannte Freistellungsbescheinigung zum Steuerabzug nach § 48b EStG vorlegen. Hinweis: Die neue Rechtsauffassung ist in allen offenen Fällen anzuwenden. Für Fälle bis zum 31. 12. 2015 (Zeitpunkt der Entstehung der Bauabzugsteuer) wird es nicht beanstandet, wenn ein Abzug der Bauabzugsteuer oder das Anfordern einer Freistellungsbescheinigung unterbleibt. Diese Informationen habe ich beim Steuerbüro Engelhardt & Burr entdeckt und gebe diese gerne an alle Immobilieneigentümer weiter.

Viel Erfolg mit Ihrer Immobilie wünscht Ihnen von Herzen

Friedrich Wohlfarth
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Rauchwarnmelder vor dem Bundesverfassungsgericht

Ein Mieter aus Köln wehrt sich vor dem Bundesverfassungsgericht dagegen, dass seine Wohnungsbaugesellschaft im Flur sowie in Wohn-und Schlafzimmer Funk-Rauchwarnmelder installieren lassen willAktenzeichen: 1 BvR 2921/15). Beim Amtsgericht und Landgericht Köln bekam die Wohnungsbaugesellschaft Recht.

Der Einbau eines Funk-Rauchwarnmelders verstoße gegen die Grundrechte des Mieters, wie dem auf Unverletzlichkeit der Wohnung, meint der Kölner Anwalt des Klägers, Reinhard Gerharz. Das Gerät misst demnach nicht nur möglichen Rauch in der Wohnung. Es kann mittels Funk und Ultraschall sein Umfeld überwachen. Die Daten würden gespeichert und könnten weitergegeben werden, sagt Gerharz. Die Geräte könnten auch Bewegungsprofile erstellen oder Gespräche aufnehmen.

Bis Ende 2016 müssen Wohnungen in Nordrhein-Westfalen mit Rauchwarnmeldern ausgestattet sein. Die Wohnungsbaugesellschaft will die umstrittenen Geräte einbauen, da sie aus der Ferne gewartet werden können. Bis wann das Bundesverfassungsgericht über die Sache entscheidet, steht noch nicht fest.

(Diesen Artikel haben wir in Xing gefunden, welcher unter Hähhwww.haufe.de/immobilien ursprünglich veröffentlicht wurde.)

Wir fragen uns, wieso sich ein Mieter gegen so etwas wehrt? Wenn die Rauchmelder die Privatsphäre ausspähen, dann ist es sowieso unerlaubt, was ich persönlich aber noch nicht glaube.

Facebook und viele Netzwerke, PayPal und ähnliches speichern alle meine Daten. Was könnte so ein Rauchmelder tatsächlich von mir speichern? Ich denke, dass wir mehr darauf aufpassen sollten, was wir in öffentlichen Netzwerken oder in WhatsApp, Telegramm usw. veröffentlichen, als wegen so etwas die Gerichte zu bemühen.